Einheit 11 — Sicherheit und Grenzen
Was du nach dieser Einheit weißt: Du weißt, was die Schnittstelle von sich aus schützt, wofür du selbst verantwortlich bleibst, und wo die textbasierte Arbeit endet.
Was der Server schützt
Geheimnisse werden nicht herausgegeben
Sowohl workflow_show als auch workflow_export schwärzen Geheimnisse:
"options": {
"form_fields": "[{\"name\":\"freitext\", …}]",
"response_text": "Danke - die Anfrage wird verarbeitet.",
"secret": "[REDACTED]"
}
Das gilt auch für dich selbst — der Server liefert den Wert nicht aus, egal wer fragt.
Für die Praxis heißt das: Ein Export ist unbedenklich weiterzugeben. Genau das war in Kurs 5, Einheit 2 die Begründung für die zentrale Credentials-Verwaltung. Über MCP wird sie doppelt wichtig, weil Exporte hier mit einem Satz entstehen und in einer KI-Sitzung landen.
Zugangsdaten sind nur Namen
credential_list gibt ausschließlich Namen zurück, nie Werte. Anlegen und Ändern geht nur in der Oberfläche. Der Assistent kann @secret(Pipedrive_token) schreiben, aber den Token selbst nie sehen.
Die Rechte sind deine
Der MCP-Token bindet an deinen Benutzer. Du siehst deine Projekte, deine Workflows, deine Zugangsdaten. Eine Rechteausweitung gibt es nicht — aber eben auch keine Einschränkung: Der Assistent kann alles, was du kannst.
Wofür du verantwortlich bleibst
Der Assistent handelt, er schlägt nicht vor
workflow_delete löscht. workflow_run löst echte Aktionen in echten Zielsystemen aus. agent_update überschreibt Konfigurationen. Es gibt keine Bestätigungsstufe auf Serverseite.
„Räum die alten Testworkflows auf" ist eine mehrdeutige Anweisung. Was „alt" und was „Test" ist, entscheidet dann jemand anderes als du — und es gibt keinen Papierkorb.
Sag, welchen Workflow du meinst. Nenne die ID.
Claude Code fragt bei verändernden Werkzeugen um Erlaubnis. Lies, was in der Rückfrage steht — insbesondere die Workflow-ID. Dauerfreigaben („immer erlauben") sind für Lesewerkzeuge sinnvoll und für workflow_delete eine schlechte Idee.
Daten verlassen deine Instanz
Alles, was ein Werkzeug zurückliefert, geht in den Kontext des Assistenten — und damit an den Modellanbieter. Das betrifft insbesondere:
workflow_messagesundagent_messages— echte Nachrichteninhalte, also womöglich Kundendaten, Rechnungspositionen, Personendatenagent_logs— gerenderte Prompts und vollständige Request-Bodiesworkflow_export— die komplette Konfiguration
Die Geheimnis-Schwärzung greift bei Optionen, nicht bei Nachrichteninhalten. Ein personenbezogener Datensatz, der durch deinen Workflow fließt, steht in agent_messages im Klartext.
Debugge produktive Workflows mit echten Personendaten bevorzugt mit einem Testdatensatz, den du selbst eingespeist hast. Wenn das nicht geht, hol gezielt einzelne Agents ab statt pauschal 200 Nachrichten — und kläre vorher, ob euer Datenschutzkonzept diesen Weg abdeckt.
Der Token ist ein Zugang
Der MCP-Token steht im Klartext in ~/.claude.json. Behandle die Datei wie eine Passwortdatei: nicht ins Repository, nicht in einen geteilten Ordner, nicht in einem Screenshot. Bei Verdacht: in 42°flow neu erzeugen, alten ungültig machen.
Wo die Schnittstelle endet
Diese Dinge kann MCP nicht — dafür brauchst du weiterhin die Oberfläche:
| Aufgabe | Wo |
|---|---|
| Zugangsdaten anlegen oder ändern | Oberfläche |
| Benutzer und Rollen verwalten | Oberfläche (Modul 2) |
| Projekte anlegen | Oberfläche |
| UI Apps bauen | Oberfläche (Modul 5) |
| Canvas ansprechend anordnen | Oberfläche (agent_update kann nur Koordinaten setzen) |
| Formular- und Freigabe-Oberflächen ansehen | Browser |
| Den Workflow jemandem erklären | Canvas |
Dazu kommen die Eigenheiten, die du kennen solltest:
towelscript_formatformatiert nicht — es gibt den Quelltext unverändert zurück. Einheitliche Formatierung ist eine Team-Konvention, kein Werkzeug.agent_test_runlöst Aliasnamen bei virtuellen Agents nicht auf —agent_typeverwenden.- TowelScript kennt keine Positionen — jeder frische Deploy braucht einmal Handarbeit im Canvas.
Eine Arbeitsweise, die trägt
| Regel | Grund |
|---|---|
| Testprojekt für Experimente | Produktivworkflows nicht als Spielwiese |
| Vor jedem Löschen exportieren | Kein Papierkorb |
| IDs nennen statt „die alten" | Mehrdeutigkeit ist irreversibel |
| Quelltext in Git, Token nicht | Änderungen nachvollziehbar, Zugang geschützt |
| Lesewerkzeuge dauerfreigeben, schreibende nicht | Reibung dort, wo sie nützt |
| Beim Debuggen Testdaten statt Echtdaten | Nachrichteninhalte gehen in den Modellkontext |
| Ergebnis selbst prüfen | workflow_show und graph kosten Sekunden |
Der letzte Punkt ist der wichtigste. Der Assistent arbeitet schnell und meistens richtig. „Meistens richtig" ist bei einem Workflow, der Rechnungen verarbeitet, nicht gut genug. Die Verantwortung für das Ergebnis bleibt bei dir — genau wie bei einem Workflow, den du selbst zusammengeklickt hast.
Zusammengefasst
| Der Server schützt | Geheimnisse in Optionen, Credential-Werte, Rechtegrenzen |
| Du schützt | Nachrichteninhalte, den Token, die Eindeutigkeit deiner Anweisungen |
| Die Oberfläche bleibt zuständig für | Zugangsdaten, Benutzer, Projekte, UI Apps, Layout |
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